Tag 6… Per Anhalter…

Die Nacht im Hotel des „Grauens“. Es war laut und das Wasser zum Duschen war kalt (bis 8er das Wasserproblem beheben konnte). Das coole war, die Toilette war auch gleichzeitig die Dusche! So ließen sich zwei Sachen wunderbar kombinieren. Ein Traum für Männer! In der Nacht dann eher ein Albtraum. Um ca. 1.30 Uhr standen zwei Männer im Dunkeln mit Taschenlampen vor unseren Betten und riefen uns unverständliche Worte zu. Aufgeschreckt und ziemlich verwirrt warfen wir Ihnen ein paar Brocken Deutsch entgegen und schnell waren sie wieder weg. Im Nachhinein wurde uns klar, sie haben sich wohl im Zimmer geirrt. Toll, der Schreck sitzt trotzdem.

Neuer Morgen, unser freier Tag beginnt. Nach der abenteuerlichen Dusche machen wir uns langsam für einen Ausflug fertig. Wir wollen ins Vogelschutzgebiet von Khovd. Erst einmal warten wir unsere Motorräder, Kette schmieren, Schrauben nachziehen … Ohne Koffer und Gepäck, nur mit dem Nötigsten raus aus Khovd.

Tolle Straßen, tolle Landschaft … aber davon haben wir schon genug geschwärmt. Bei unserem ersten Stop an einem einsamen Friedhof wurden wir schon erwartet. Millionen von Mücken waren froh „frisch Ware“ zu erhalten … an diesem sonst so blutleeren Ort. Uns wurde schnell klar, wir müssen hier weg! Ja, es war eine Flucht. Später wurde es dann besser mit den Plagegeistern, aber es gab uns schon mal einen Vorgeschmack aufs Wolgadelta. Juhu… da freue ich mich aber 🙁

Auf dem Rückweg haben wir dann noch zwei Gäste an Bord genommen. 2 mongolische Anhalter haben sich hinten aufs Motorrad geschwungen  und hatten sichtlich viel Spaß. Sie machten Selfies mit uns und waren dankbar, den langen Weg bis nach Khovd nicht zu Fuß gehen zu müssen. Sven hat den Dickeren erwischt und konnte nicht so schnell über die Bodenwellen und so gewann ich das Rennen. Am Abend ein Gang zum Fluss… und das war der Hammer! Direkt am Fluss siedelten sich hunderte von Jurten an. Kinder plantschen im Wasser, die Erwachsenen machten Picknick und das ganze im besten Licht, ein Traum!

Wir wurden sofort zum Milchtee eingeladen und kommunizierten mit Händen und Füßen, es wurde viel gelacht.

Dann trennten sich unsere Wege. 8er hatte eine Muckibude ausfindig gemacht und ich fuhr noch ein wenig rum. Während ich auf einen verlassenen Freizeitpark traf (ein Schatz für jeden Lost Places Liebhaber) machte 8er Bekanntschaft mit einer Amerikanischen Motorrad Reisegruppe. Es wurden Adressen ausgetauscht und Erfahrungen. Alles in allem ein genialer freier Tag mit vielen Erlebnissen und wiederum vielen Bekanntschaften.

Und zum Schluß noch ein Video von Freitag, als Offroad auf Lehm noch Spaß machte.

Gute Nacht, Os8er