Tag 11… Grenze und der Igor

Grenztag! Es ist wieder soweit … ein Grenzübergang steht an … Kasachstan

Wir stehen an der Grenze und werden recht schnell reingewunken. Die russischen Beamten zeigen sich gewohnt „streng“. Uns werden nur Befehle zugeraunt. „Papiere“, „Aufmachen“ oder auch „Waffen?“. Bei mir dauerte die Passkontrolle etwas länger. Er schien mich auf dem Pass nicht zu erkennen. Immer wieder schaute er erst den Pass, dann mich an. Drei, vier Mal. „Thomas Oser?“ Ja … bin ich. Hmm … Ich bekam den Stempel. Weiter zu den Kasachischen Kollegen. Gleich an der ersten Schranke der erste „Witzbold“. Ahh, Touristen! Ahh, Germany! … und schon öffnete sich das Tor zum Grenzhof. Ab zur Passkontrolle und schon wieder! Der Beamte musterte mich ausgiebig. Sollte ich mich auf der Reise so verändert haben? Ja, Essen ist nicht so regelmäßig und ja, die Haare sind auch ab. Ach und braun bin ich jetzt ja auch. Hoffentlich entferne ich mich auf der Reise nicht zuviel von meinem Passfoto. Hoffentlich komme ich nach Hause?! Bei 8er ging alles reibungslos, obwohl eine gewisse Veränderung auch bei ihm nicht zu leugnen ist.

Grenze ging schnell. 1,5 Stunden nur und schon sind wir auf dem Weg Richtung Semej … Aber vorher müssen wir uns um eine Haftpflicht für Kasachstan kümmern. An einer Kreuzung entdecken wir einen Container mit der Aufschrift „Abtoctpaxobahne“… wenn sich das nicht nach Versicherung anhört.

Und ja, 30 Tage 12$. Während 8er im Container sitzt, mache ich den Wachhund für die Mopeds. Und da war er… Igor, so stellte er sich vor. Ein älterer Herr, der der mich mit seinen Geschichten bei Laune hielt. Das ich ihn nicht verstehen konnte, war ihm egal. Irgendwas mit Boxen, Klitschko und Ali. Er selbst sah aus, als hätte er bei seinem letzten Kampf seinen Mundschutz vergessen. Er hatte noch ein paar Zähne oben und einige unten. Das faszinierende war aber, das wenn er den Mund schloss, sich diese Zähne zu einer perfekten Zahnreihe ergänzten. Zum Schluß bestieg er noch das Motorrad für ein Foto … Wir machten dann gleich auch eins. Tschüß Igor.

Dann kam Roche mit seiner BMW. Er hielt sofort an und wir kamen ins Gespräch. Roche kommt aus Mexico und will in die Mongolei. Wir tauschten nicht nur Tipps aus, sondern gleich die Währungen. So hatten wir für den Start kasachische „Tenge“ und er konnte in der Mongolei gleich durchstarten.

In Semej noch getankt und am Straßenimbiß ein paar Hühnerbeine zu „Hotel California“ verspeist. Was hier sofort auffällt ist mal wieder die Offenheit der Menschen. Sie sind interessiert an Mensch und Maschine. Bei einer Pause an der Straße kamen sie und luden uns zum Picknick ein. In einen Esslokal brachte uns der Nachbartisch noch Kuchen als Nachtisch. Das sind nur Beispiele, denn es gab so viele kleine Momente, die kann und will ich nicht aufführen.

Der Abend kommt näher. Wir beschließen, uns ein Plätzchen in der Natur zu suchen. An einem kleinen wilden Fluss werden wir fündig. Kaum steigen wir von den Mopeds, begrüßt uns ein Eisvogel. Hier sind wir richtig! Das Nachtlager ist schnell hergerichtet und so hatten wir Zeit für ein kleines Feuer. So langsam quatschen wir uns in die Müdigkeit und ziehen uns zurück … Morgen wird ein langer Tag.

Gute Nacht, Os8er