Tag 14… Endlich ruhiges Fahrwasser

Ja… es ist eine Wohltat. Wir können bis Almati 170 km knochenschonend über den Asphalt gleiten. Und auch danach geht es rückenschonend weiter. Die V-Stroms zeigen sich dankbar, mussten sie doch die letzten Tage leiden. Sie haben alles gut weggesteckt … bis auf Kleinigkeiten. Meine Karre trennte sich unterwegs von ihrem Kettenschutz (war eine Zwangsehe und somit nachvollziehbar) und 8er’s Getriebesimmering zeigte sich inkontinent. Beides ist verschmerzbar und 8er’s Ring scheint den Schließmuskel wieder unter Kontrolle zu haben (und nein, das Öl ist nicht alle).

Unsere Laune ist bestens und wir beschlossen Mittag in einer kleinen Ortschaft zu machen, Chilik. Dort angekommen war die Hölle los, denn es war Markttag. Autos kreuz und quer, Menschen wuseln dazwischen, hupen, Krach. Klasse, wir mögen das … nennt sich Leben. Die Mopeds irgendwo dazwischen abgestellt, juhu … heute gehen wir schoppen! Von wegen schoppen, kaum sind wir gelandet, sammelten sich die Menschen und kreisten uns ein.

Sie machten Fotos, setzten ihre Kinder auf die Motorräder und hießen uns Willkommen. Eine tolle Stimmung und wir hatten viel zu lachen. Es gab sogar Geschenke! Ich dachte erst, es gibt Eis … so ein Sandwich-Eis oder so. Es gab Seife! Seife?… äh ja, da macht man sich Gedanken über sein Erscheinungsbild oder besser gesagt den Hygieneindex.

Ok … haben verstanden, werden wir ändern, glaube ich.

Essen gab es dann doch noch. Döner auf Kasachisch. Ähnlich wie zu Hause, aber mit Pommes drin und mit Majo ertränkt. Schmeckte aber ganz gut. Ich versuchte noch mal, etwas über den Markt zu schlendern, während 8er ein Auge auf die Krads warf.

Ich kam nicht weit, da wurde ich erneut von zwei sehr lustig prallen Damen zum Selfi gebeten und 8er hatte auch viel Spaß mit den Leuten bei den Krads. Ok, das reicht für heute, wir wollen dann lieber weiter. Winke, Winke und Tschüß! … und Danke für die Seife … hmm.

Scharyn Canyon … natürlich müssen wir da hin … und es hat sich gelohnt! Es ist ein Pondon zum Grand Canyon, nur ohne Touries. Diese Größe, diese Farben, ein gewaltiges Naturphänomen! Ein Paradies für Fotografen und Os8er waren mitten drin … wunderbar!

Die Zeit verflog wie im Fluge.

Nach dem Scharyn Canyon geht es weiter nach Kegen. Es liegt kurz vor der Kirgisischen Grenze. Dort angekommen noch kurz tanken und ab zur Unterkunftssuche. Ein Hotel wird es dieses mal … und was für eins!

Von Sternen ist es wohl meilenweit entfernt und als wir davor standen, waren wir uns nicht sicher ob es überhaupt noch bewirtschaftet wird. Aber ja doch! Gehobener Standart aber eher nicht, dafür aber für 5,50 € pP. Auf dem Zimmer angekommen (was wirklich ok war), vermisst 8er einen Handschuh. Überall gesucht … weg. Ich hatte sofort den Verdacht, dass der Handschuh mit meiner Socke unter einer Decke steckt! Wir beschlossen, den Weg bis zur Tanke nochmals abzugehen … und tatsächlich! Einsam und verweißt lag er da, mitten auf der Straße, hundertfach überrollt und doch nicht aufgegeben.

Ein Finger zeigte noch in die Luft, als ob er sich mit letzter Kraft bemerkbar machen wollte. 8er rettete ihn und päppelte ihn in der Unterkunft wieder auf … mit Liebe und Zuspruch. Manchmal liegt das Glück auf der Straße!

Auf unserer Handschuhsuche entdeckten wir noch einen “Lost Places“… eine Moschee. Wir beschlossen, uns illegal Zugang zu verschaffen und wurden belohnt. Tolle Motive.

Und dann noch das. Kino in Kasachstan heißt nicht Kino … es heißt Kuhno!

Was für ein Brüller… 😉

Abends wurde es dann nochmal richtig schön.

Aber jetzt geht es ab, Bubu machen.

Gute Nacht, Os8er