Tag 17… Essen nach der Uhr

Nach zwei Nächten und super Tagen in Karakol (danke an Monkey Tent Hostel) verabschiedeten wir uns von unseren neuen Freund(in)en und führen unsere Reise fort. Direkt am Ufer des Yssykköl ließ es sich 8er nicht nehmen, noch einmal in den Yssyköl reinzuspringen, um erneut zu merken „Scheiße, ist das kalt!“.

Leider ist in meinem Koffer der Apfelsaft ausgelaufen und somit hatte ich am See mächtig Besuch. Eine Horde Wespen versuchten krampfhaft, meinen Koffer zu öffnen. Schutzkleidung an, Helm auf war der Plan. Bei 8er hatte eine Wespe die gleiche Idee und schlüpfte schon mal in seine Jacke. Und zack trafen zwei Alphatiere auf einander… 1:0 für die Wespe. 8er nahm es mit Humor.

Einen Abstecher auf den Barskoon Pass sollte es werden … Ein Fehler… oder auch nicht. Keine 80 km weit sind wir gekommen, da beschlossen wir „hier bleiben wir“. Wir fuhren den Pass noch auf fast 3500 m. Eigentlich brauche ich ja nicht mehr erwähnen, wie schön Kirgisistan ist … aber noch einmal. Booha, was für eine Landschaft!

Wir fanden eine Jurte … und das um 12.00 Uhr mittags. Es gibt hier keinen Strom, kein Internet und Wasser aus dem Fluss … herrlich! Der… nennen wir ihn mal Jurtenkönig, machte uns die Jurte richtig schmackhaft. Guck … toll drinnen … toll draußen … toll alles, 6,00 €!Der Neukönig sieht so aus, als habe er gestern noch Ziegen gehütet, aber anpreisen kann er.

Eigentlich sind wir Pleite, aber die 6,00 € haben wir noch zusammen gekratzt. Visa war nicht. Also … schnell abgesattelt, Schlafplatz hergerichtet und Kamera geschnappt. Erst mal ein ausgiebiger Gang durch die Natur. Na, soll ich noch mal schwärmen?…Reicht ne.

Als wir wieder zurück kamen, räumte der König hektisch bei uns in der Jurte rum. Er hätte noch Gäste zum Essen … die wollen in der Jurte „NUR ESSEN“. Er hatte all unsere Sachen in eine Ecke (haha, in einer Jurte) geschoben, um Platz für die neuen Gäste zu haben. Wir machten ihm deutlich, das wir die Jurte für eine Nacht bezahlt haben. Nach einigem hin und her konnte alles geregelt werden. Die blieben draußen und wir hatten wieder unser Reich für uns. Dieser kleine schrullige König ist wohl noch neu im Business.

Heute ist der große Tag. Es stand einfach so da… vor uns, abgefüllt in verschiedene PET Flaschen. Wir haben schon viel davon gehört. Das Weiße Gold Kirgisistans … gegorene Stutenmilch! Die Kirgisen stehen voll auf das Zeug und was die trinken, trinken wir Biker doch erst recht! Fazit: Geht gar nicht! Für den europäischen Gaumen nicht gemacht. Würgereiz auslösend! Es schmeckt, wie drei Monate im Kühlschrank vergessene Kuhmilch mit der Note im Abgang „wie Pferd riechen“ .. .und wenig Kohlensäure. Leider mussten „die Biker“ das Experiment abbrechen und übergaben den Rest wieder der Natur… denn da gehört es hin.

Tja … Wir sind pleite, habe ich erwähnt. Wir haben Hunger, hab ich noch nicht erwähnt. Essen gibt es hier… der König betreibt auch mit seiner Familie eine kleine Garküche. Hinter einer Hütte wird das halbe Schaf auf einem Felsen zerhackt und im Bach gewaschen. Über offenem Feuer werden die Kostbarkeiten zubereitet, lecker!.., aber, wir haben kein Geld. Dollar wollte er nicht … meine Armbanduhr schon! Guter Deal! Wir hatten uns im Vorfeld bei Ebay günstig ein Konvolut Armbanduhren ersteigert. Eigentlich um die „Korrupte“ Polizei zufrieden zu stellen. Nun gibt es zwei ordentliche Portionen und eine Kanne Tee dafür. Das Leben kann so einfach sein.

Gegen Abend kommt noch einmal Schwung in die Bude. Ein Gruppe von lustigen Damen und Herren, die schon den einen oder anderen Wodka intus hatten, schnappten sich 8er und machten ihn willenlos. Er musste alles Essen und sie zwangen ihn zum Alkoholgenuss. Als 8er dann noch vor Ort verheiratet werden sollte, ging er stiften. Nochmal Glück gehabt.

Heute beim Wandern. Ich höre hinter mir Geräusche … und … will in meinen Rückspiegel schauen!… Mannomann … Wir fahren zu viel und trinken zu wenig.

Gute Nacht, Os8er