Tag 18… Sportplatz Kara-Balta

Die Nacht in den Bergen war kalt und dunkel. Kein Mond, aber ein Hammer Sternenhimmel. Nirgendwo ein „Fremdlicht“, was unser Auge ablenken konnte.

Es geht weiter! Heute wollen wir Strecke machen. Die letzten Tage haben sich nicht merklich auf unseren Kilometerstand ausgewirkt. Jetzt geben wir Kette. Nach ca. 350 km reicht es. 8er’s Kriegsverletzung am Unterarm (Wespe) ist zu einem stattlichen Popeye-Arm angeschwollen und die letzten Kilometer um Bischkek waren Baustelle und Verkehr… eine Tortour. Uns blieb nichts anderes übrig, als mit den Koffern hinten dran Zickzack durch den Verkehr und dran vorbei zu zirkeln. OK, wir hätten auch schön in der Reihe warten können, aber nöö. Auf der Suche nach einem Hotel schienen wir so ratlos ausgesehen zu haben, das ein Autofahrer hielt und uns zu einem … ja, wie nenn ich das jetzt, ein Sportlerheim aus Sovietzeiten lotzte.

Bevor unsere Hirne irgendwelche Impulse aussenden konnten, waren wir schon überrumpelt. Der (vermutliche) Manager {im schicken Trainingsanzug) und noch andere wichtig aussehende Personen drängten uns förmlich, zu bleiben. Es war ne Menge los an dieser Sportstätte von gestern, denn in einer Stunde beginnt das Spiel des FC Kara Balta gegen den FC Arga. Eine wohl richtig große Nummer hier, sogar das TV war anwesend.

Die kleine Bühne füllte sich zunehmend, darunter gefühlt die komplette Polizeistaffel von Kara Balta. Den „Germans“ wurde ein Zimmer mir drei Hochbetten zugewiesen. Echt eine runtergekommene Bude im Jugendherbergsstyle mit gestrichenem Holzfußboden und Durchhängebetten, aber die Gesamtsituation war so schräg, daß wir uns diesen Moment geben mussten. Nachdem wir unser übliches Chaos im Zimmer hergerichtet hatten, erkundeten wir die Gegend.

Natürlich schauten wir uns das Spiel an und mussten hinterher so einige Hände schütteln inkl. der örtlichen Polizei und den Spielern des Gewinnerteams. Ach ja… Kara Balta gewann 2:1 und es gab Party auf den Rängen. Mit dem Duschen mussten wir dann noch warten, bis die Mannschaften durch waren.

Danach war Schluss mit dem Trubel. Alle gingen und wir waren allein im riesigen Sovietbunker. Und auch wenn die Betten durchhingen, wir hingen nicht durch und hatten heute echt viel Spaß.

Gute Nacht, Os8er