Tag 24… Ruhe vor dem Sturm

Auszeit … So nennen wir diesen Tag. Wir gammeln im Hotel … regenerieren uns. 8er kämpft noch immer gegen das „Böse“ in seinem Körper und scheint gegen Nachmittag die Oberhand zu gewinnen. Ich hatte da mehr Glück und war schon am Morgen durch.

Bevor es knapp wird, haben wir nochmal Geld besorgt. Wir haben zwar noch Armbanduhren, aber in so Touristischen Orten singt die Chance auf so einen Deal. Die V-Stroms sind gechekt, Kette noch mal gepflegt. Morgen wollen wir die 500 km nach Chiwa abreiten. Das wird der Ritt durch die Kysylkum Wüste. Eins macht uns jedoch Sorgen, Spritmangel an den Tankstellen. Rechnerisch müsste es mit der Reserve hinten drauf klappen … rechnerisch. Jedoch könnten starker Gegenwind oder Umwege, Baustellen das Rechnerische aus der Bahn werfen. Wir werden es angehen und ihr werdet es erfahren.

Auch Wasser muß in ausreichender Menge mit dabei sein. Ein Defekt auf dieser Strecke, eine längere Zwangspause … Wir sollten auf alles vorbereitet sein.

Versicherung … ja, ein leidiges Thema. Es sollte so sein, das hinter jeden Grenze in den „Stan-Ländern“ eine Haftpflicht abgeschlossen werden muß und auch kann. Tja … wir fahren seit Kirgisistan ohne. Nicht das wir nicht wollten … oh doch, nur in Kirgisistan hieß es „sowas haben wir hier nicht und wenn ihr eine Versicherung finden würdet, würden die nicht zahlen“. In Usbekistan haben wir die Suche auch aufgeben müssen. Das macht das Leben spannend. Bis jetzt gab es auch nur ein paar Beinahunfälle im Stadtverkehr… harmlos.

So … nochmal rein ins Getümmel! Nachdem es uns wieder besser geht, besuchen wir nochmals die Basare Buchara’s. Das Wetter… angenehme 28°C. Und da war es … 8er ist hin und weg! Er wirkte wie ein kleines Kind, was sich die Nase an der Schaufensterscheibe platt drückt und träumt. Nur sein Traum hatte er schnell in der Hand … und es ist ein Traum. In einer alten Schmiede entdeckte er sein Messer. Ein Messer direkt aus der Esse entsprungen … und gemacht für einen Biker, geschmiedet aus einer Motorradkette. Nach zähen Verhandlungen war es seins. Ein Einzelstück ohne gleichen.

Mit ein wenig Wehmut verlassen wir morgen in den frühen Morgenstunden Buchara. Ja … der Tourismus hat auch Buchara erreicht, doch kein Vergleich zu den Touristenzielen in Europa. Es ist tatsächlich noch ein Geheimtipp. Und wenn es nach uns geht, sollte es noch lange so bleiben. Es tut der Stadt gut.

Gute Nacht, Os8er