Tag 25… 500 km Wüste

Morgens um 6.00 Uhr brummen schon unsere Motoren. Es ist noch etwas frisch und die Sonne geht gerade auf. Schnell sind wir aus der Stadt und leider lassen die Straßen nichts Gutes erhoffen.

Schlaglochpiste … damit kennen wir uns ja aus. Mit 60 km/h bahnen wir uns unseren Weg durch den Flicken-Asphalt. Jede Unachtsamkeit wird sofort mit einem kräftigen Schlag ins Federwerk bestraft. Ahh… Eine Tanke, die wirklich Sprit hat. Nochmal voll bitte, wer weiß wann es den begehrten Saft das nächste mal wieder gibt.

Überraschung! … Wir sind auf so etwas wie ne Autobahn getroffen. Unverhofft können wir Stoff geben … und das tun wir. Mit teilweise 140 km/h kacheln wir über eine leere Bahn durch die Kysylkum Wüste. Wir kommen gut voran und machen richtig Zeit gut. Die rasante Fahrt gibt es aber nicht für umsonst. Plötzlich blinkt die Reserve … Mist, eine Tanke muss her! Zwar haben wir unter unserem Gepäck noch Ersatzsprit im Kanister, aber das Abrödeln möchten wir uns ersparen.

Erste Tanke … erste Entäuschung … zu. Die zweite … nur Gas. Als es richtig eng wurde, erscheint das Schild „Benzin“. Puhh, letzter Drücker. 22 Liter getankt… bei einem 22 Liter Tank. Jedoch gibt es nur 80 Oktan. Aber die Stroms schlucken auch das … sind nur etwas kraftloser und lassen sich untertourig nicht bewegen. Weiter geht es. Wir erreichen Chiwa gegen frühen Nachmittag.

Hostelsuche. Wir fragen, halten an und suchen. Plötzlich ist wieder das Batterieproblem da … also anschieben. Doch mit der 80er Plürre will die Strom nicht so wirklich anspringen. Anschiebehilfe kommt von einer deutschen Reisegruppe. Die Karre läuft … jedoch hat sich der hilfsbereite Siggy (76) dabei überschlagen. Bis der Rettungswagen eintrifft, leistete 8er erste Hilfe. Der Kreislauf sackte immer wieder ab. Später trafen wir ihn in Chiwa wieder. Zum Glück geht es ihm, bis auf eine Schulterprellung, wieder gut und er scherzte auch wieder. Wir werden in Kontakt bleiben.

Chiwa … die letzte Kultur-Stadt unserer Usbekistan Etappe. Die 2500 Jahre alte Oasenstadt ist noch so wie zur Hochzeit der Seidenstraße. Erstaunlich wenig los für so eine einzigartige Kulisse. Viele kleine Händler buhlen um die recht überschaubaren Touristen. Leider bieten diese jedoch eher Tourikram an. Buchara war da mit seinem Kunsthandwerk ansprechender. Zu sehen gibt es aber eine Menge. An jeder Ecke funkeln die tüpisch türkisfabenden Kacheln. Wir fanden immer wieder neue Perspektiven in verwinkelten Ecken. Architektonisch gesehen das Highlight unserer Reise.

Und dann trafen wir auf Uwe und Rosa aus Deutschland. Die beiden sind mit ihren BMW’s unsere zukünftige Strecke schon gefahren. Wir tauschten wichtige Infos aus und verbrachten eine gute Zeit bei Bier und einem guten Happen. Eins steht fest… einfacher wird es nicht für uns. Eine gute Weiterreise wünschen wir!

Text 8er

Hunde … Hunde gibt es hier und was für welche. Als Motorrad Fahrer lebt man gefährlich, das weiß jeder. Doch hier ist die Gefahr viel größer. Mich hat es heute fast erwischt, während das doggengrosse weiße Monster Oser noch nicht recht wahrnimmt, setzt er bei mir sofort zum Sprint an … und er schafft es, erreicht mein Bein, das Zubeissen konnte ich gerade noch durch Zurückziehen verhindern. Noch vor dem Adrenalinabbau steht ein recht kleiner Vierbeiner mitten auf der Fahrbahn. Ein entgegenkommender LKW hupt, wodurch er mir direkt vor das Vorderrad läuft … wieder Glück gehabt, konnte den begonnenen Stresshormonabbau in Ruhe fortsetzen.

Irgendwie scheinen sie 8er’s „Strom“ anziehender zu finden … einfach zum Reinbeißen … oder den letzten beißen die Hunde.

Gute Nacht, Os8er