Tag 29… Trocken bis zum Regen

Die Nacht war eine von den Schlächteren. 8er hatte die Idealmaße, für mich war das Bett zu klein und ich hatte das Gefühl, es fällt seitlich ab … leider nicht zur Wand hin. Egal, Nacht ist rum und wir schauen nach vorn … nach Atyrau.

Wir haben gar nicht damit gerechnet, aber die Straße ist gut. 130 km/h … kein Problem. Die LKW’s ließen sich gut überholen, es geht flott voran. Nur die recht dichte Bullizei-Präsenz machte uns Sorgen. In zwei Situationen dachten wir, jetzt geht’s uns an den Kragen … aber nein, einmal brachen sie die Verfolgung ab und das andere mal krallten sie sich jemanden vor uns.

Ach ja, die LKW’s. Die sind hier schon weiter. Sie fahren autonom! Beim Überholen können wir über die großen Spiegel einen Blick in die Kabine werfen. Und die Fahrer tun alles, nur nicht fahren. Entweder haben sie ihr Handy am Wickel oder pulen sich an den Füßen rum. Mittagessen hinter dem Steuer ist auch sehr beliebt. Ihre anderen Tätigkeiten darf ich erst ab 24.00 Uhr senden. Unglaublich!

8er … Das Wasser ist weg!

Es ist schon recht dramatisch, wie sehr auch in den Randgebieten des Kaspischen Meeres die Seen und Seitenarme austrocknen. Die negativen Veränderungen sind auch hier deutlich! Hoffentlich droht dem Kaspischen Meer nicht das gleiche Schicksal wie dem Aralsee.

Am Nachmittag erwischte uns eine kräftige Böhe und drückte uns fast von der Straße…

Es zieht ein Gewitter auf und das 20 km vor unserem Ziel. Mist, wir beschließen abzuwettern. Links ab auf den Parkplatz. Wir schauen zu den Häusern, die dort stehen, evtl. kommen wir da unter.

Und ob! Die eine Hütte entpuppte sich als Restaurant (oder so etwas ähnliches). Klasse … abwettern mit Fisch und Burger. Nach einer Stunde wagen wir es und kommen trocken in der Unterkunft an. Es ist wie so oft ein – 5 Sterne Hotel. Der „Hoteldrachen“ begrüßte uns mit den Worten: „Es gibt nur kaltes Wasser und Frühstück gibt es auch nicht“. Bestens, genau das haben wir gesucht. Wir nehmen es.

Wir sind in Atyrau. Mitten durch Atyrau fließt der Ural und der trennt geografisch gesehen Asien von Europa. Heute am Ural haben wir schon mal nach Europa geschaut. Morgen setzen wir dann über.

Gute Nacht, Os8er!