Tag 31… Kalmückien

Der Tag beginnt. Wir machen das Zelt auf und schauen direkt in die Morgensonne. Geht es schöner? Garantiert nein! Es war eine gute Nacht. Jetzt erst einmal das Feuer wiederbeleben und einen Kaffee. Wir lassen es ruhig angehen, das Zelt soll in der Sonne noch trocknen. Noch einmal (wie schon so oft) werden die Klamotten neu organisiert. Inzwischen nähern wir uns dem perfekten Packsystem. Ich merke, ich bräuchte mal wieder ein frisches T-Shirt.

Auf geht es Richtung Kalmückien, Richtung Elista. Erst einmal geht es weiter durch das Wolgadelta, über eine abenteuerliche Pontonbrücke und guten Straßen, vorbei an kleinen Seen und Ausläufern der Wolga. Nach Astrachan ändert sich das Bild schlagartig … Steppe? … Ja, Steppe und das über hunderte Kilometer. Damit haben wir hier nicht gerechnet.

Wir kommen gut voran. Die Bullizei ist natürlich auch wieder da … ABER, sie lassen uns ziehen. Die möglichen 120 km/h lassen uns schnell in Elista ankommen. Dort ist es mal wieder ein Krampf, eine Unterkunft zu finden. Die im Navi angezeigten Hotels sind oft zu oder nicht da, wo sie sein sollten. Einige Hotels sind ausgebucht, doch eins nimmt uns endlich auf.

Ich kann es ihnen nicht übel nehmen, wenn sie uns nicht wollen. Da stehen wir in der Lobby, den Straßenstaub der letzten Tage in den Klamotten, in einer Duftwolke aus Benzin und Schweiß und noch in unseren Kutten. Da ist der Spruch „Leider ausgebucht!“ schnell über die Lippen gebracht. Aber jetzt erst einmal Duschen. Was für eine Wohltat, nach zwei Tagen da draußen. Später machen wir uns auf zum Tempel.

Text 8er

Zurück in der Mongolei … zumindest fühlt es sich so an. Mongolische Gesichter, mongolische Freundlichkeit und der Buddhismus. Kein Wunder, die Kalmücken kommen ursprünglich von dort, bilden hier eine kleine buddhistische Enklave mitten in Russland. Mich fasziniert der Buddhismus, ich fühle mich sofort wohl und habe auch hier im Tempel meine Magic Moments. Oser nimmt es da etwas „gefühlsneutraler“, beide finden wir unsere Motive, in jedem Fall ein ganz besonderer Ort!

Auf dem Rückweg noch kurz über den Markt. Märkte sind auf der ganzen Welt etwas Besonderes. Der Markt ist die Seele einer Ortschaft. Über das Angebot lassen sich viele Schlüsse ziehen. 8er kauft noch frisches Obst ein. Zum Abendbrot gibt es heute sowas wie deftige Pfannkuchen. Also, bei uns läuft es soweit.

Kleine Anekdote von heute morgen zum Schluß.

8er: Was für ein Tag haben wir heute?

Oser: Donnerstag.

8er: Donnerstag?

Oser: Keine Ahnung aber es fühlt sich so an.

Wir sind wieder im Reisemodus angekommen! … Ach ja … es war Freitag.

Gute Nacht, Os8er