Tag 33… Georgien

Schöne Begrüßung am Morgen. Unsere wilden Hunde vor dem Hotel haben uns gut bewacht. Gestern Abend trieben sich die Halunken schon bei uns rum. Da konnten wir sie noch nicht einschätzen. Teilweise gab es unter ihnen wilde Beißerein. Inzwischen sind wir Freunde.

Auf geht es. Ca. 150 km bis zur Russisch-Georgischen Grenze. Dieses mal wählen wir die schnellste Route. Die Straße ist unspektakulär, meist zweispurig und voller Kontrollposten. Meist sind es Streifenwagen am Rand, stehend mit einem grimmig schauenden Bullezisten davor. Alle konnten wir passieren, doch dann geht es nicht mehr weiter. Stop für alle. Das Militär hat die Straße dicht gemacht. Mit ihren Kalaschnikows stehen sie da und fordern uns zur Passkontrolle auf. Wir müssen uns an einer Reihe anstellen. In der Schlange stehen eine ganze Bussladung junger Frauen und Männer. Alle in Jogging Outfits oder leichter Kleidung. Es geht nur langsam voran. Ein umgerüsteter Container dient als Kontrollzentrum … alles gut bewacht. Endlich, wir sind dran. Waffen? … Nö. “Bitte gehen sie hier durch“. Ein Metalldetektor … und plötzlich feuerte er sein Feuerwerk ab. Wir mit unseren schweren Kutten und dem ganzen Gedöns wie Letherman und Kette bringen das Ding an seine Grenzen. Großes Gelächter von den hinteren Rängen. Plötzlich steht vor uns so ein Militärzwerg mit seinem Zauberstab. Er wirkte etwas überfordert und schob seinen Stab in und unter die Kutten. Das Ding machte eigentlich die ganze Zeit nur Lärm. Er tastete uns dann mit seinen Kinderhänden ab (so gut es ging) und wir durften zur nächsten Station … Passport. Der Passport-Mensch schaute sich genau die Stempel im Pass an. Dann fragte er mich nach “kofd“ (oder so) . Ich zuckte nur mit den Schultern. Er “kofd…KOFD“. Keine Ahnung, was er will, also ich “Germany … Motobiker!“. War wohl richtig, er schaute nur genervt in die Luft und schob mir meinen Pass zurück … läuft!

Weiter geht es. Wir treffen auf der Tanke Miri, er ist Russe und schon 98 Tage mit seiner KTM unterwegs. In der Mongolei war er auch schon und wir kommen ins Gespräch. Wir zeigten uns Bilder von der Reise und auch privat. Er: „Hier bin ich in meiner Berufskleidung“ . Cool … er war ein orthodoxer Pfaffe. Kurz danach, er: „und hier bin ich in meiner privaten Kleidung!“ … komplett in Militäruniform. Hmm … hier läuft einiges anders. Aber Klasse drauf, der Kerl.

Grenze! Schon 10 km vor der Grenze beginnen die LKW’s sich zu stapeln. Unglaublich lange Schlange, wie lange die wohl für den Grenzübertritt brauchen? Wir zügig dran vorbei … wie immer. Der Grenzübergang ging erstaunlich schnell und ist nicht der Rede wert. In Georgien besorgen wir noch schnell Geld und ja … eine Haftpflicht konnte auch wieder abgeschlossen werden.

Und da waren sie wieder … Kurven! Wie haben wir sie vermisst. Und die Berge sind auch wieder da … hohe Berge! Mit einer tollen Kulisse werden wir von Georgien begrüßt. Nach den ersten Kurven steht vor uns das „Mzcheta Mtianeti“, eine der bekanntesten Klosteranlagen. Gleich der erste Hammer. Im nahe gelegenen Dorf finden wir eine Bleibe. Dort ist auch gleich ne Dorf Party. Alles richtig gemacht.

Gute Nacht, Os8er!