Tag 34… Im Bett mit 8er

Wir werden wach und schauen durch das Fenster auf diese Szenerie. Die Sonne kommt über die Berge. Das ersetzt doch ein wenig die fehlende Frau im Doppelbett. Wenn ich mich auf die andere Seite drehe, schaue ich dem 8er ins Gesicht … nicht sehr feminin der Typ … hmm … ich drehe mich lieber wieder zurück und genieße den Sonnenaufgang. Unsere Familien und Freunde fehlen uns schon ein wenig. Doch sobald wir aus den Betten sind, schalten wir in den „Abenteuer-Modus“ und die Gedanken kreisen wieder um Routen, Technik und Wetter.

Frühstück um 9.00 Uhr. Normalerweise sind wir da schon zwei Stunden unterwegs. Heute aber… Frühstück um 9.00 Uhr. Unser Körper will ab 7.00 Uhr nicht mehr ruhen. 8er hält es nicht mehr aus und geht eine Runde mit seinem 300er. Oser wälzt sich noch mal und klettert mit einem Kaffee bewaffnet auf den Balkon. Minuten starre ich auf den Berg und schaue der Sonne beim Steigen zu. Frühstück!

Dusche und Klo mit Komunikationsmöglichkeit.

Zum Frühstück gab es Omlett. Natürlich hätten wir was anderes bestellen können, bekommen hätten wir Omlett! Keine Auswahl … Es gibt, was da ist. Satt wurden wir allemal. So läuft es eigentlich immer, auf unserer Reise gab es immer große Speisekarten. Beim Bestellen zeigte die Bedienung auf ein Gericht und sagte „Wir haben das!“… „Nein, nur das!“. Ok, ich nehme heute mal die Nummer eins.

So … die Mopeds warten schon und scharren mit den Hufen. Aufgesattelt und los… juhu … die Straße hat uns wieder! Aber nicht lange. Weit sind wir nicht gekommen, da gondelte es über unseren Köpfen. Kurzer Blick zu 8er … ja, wir Gondeln mit! Und schon sitzen wir in der Seilbahn auf dem Weg Richtung 3000 Meter. Die Seilbahn war nagelneu und recht leer (waren überhaupt andere Gäste da?). Wir fragten uns nach kurzer Zeit, ob wir Versuchskaninchen für einen Testbetrieb geworden sind. Nach 20 min. sind wir oben. Und dort erwartete uns die grandiose Bergkulisse Georgiens. Ein weiter Blick über die Berge, Gänsegeier kreisten über uns (vielleicht hätten wir mal unsere geschenkte Seife nutzen sollen) und die Wolken spielten ihr Spiel. Eine schöne Abwechselung zum tagelangen Mopedfahren.

Kaum auf der Straße zurück und schon wieder in die Bremse gegriffen. Durch dieses Land könnte man sein Mopped auch schieben. Hier ist die Dichte an lohnenswerten Stops echt enorm. Ein Kloster jagd das nächste und zwischendurch noch die grandiose Landschaft oder ne geile Fressbude am Straßenrand. Egal was, es ist ein Genuss.

Ein Höhepunkt der anderen Art fanden wir fast unbemerkt versteckt hinter einem Zaun an der Straße. Fast rasen wir dran vorbei, doch ein geschultes Auge schlägt bei so einem Anblick Alarm. Ein Traum für Autoliebhaber und „Lost Places“ Fans. Der Besitzer war jedoch ein Fuchs und wusste, was er da hatte. Bevor wir da rein konnten, mussten wir ein paar Taler locker machen. Gerne doch, er konnte es auch gut gebrauchen. Sein Zustand war nicht besser als der seiner Autos.

Ein toller Tag mit tollen Ereignissen und viel Futter für unsere Kameras. Zum Ende des Tages fanden wir noch ein … ich nenne es mal ein Hotel der anderen Art. Auf dem Hof bekamen wir ein großes Zimmer im Anbau … und das für einen Spottpreis. Alles sieht so aus, als wenn es renoviert wird, aber schon über Jahre. Essen? Natürlich, das kann man hier auch! Hmm … so, so. Wir werden in einen spärlich möblierten Glaskasten mit schiefen, viel zu niedrigen Tisch gesetzt und eine etwas füllige nette Dame drückte 8er ein Telefon in die Hand. Ein recht schlechter Telefon-Dolmetscher versuchte sein Bestes. Zum Glück hat er Bier verstanden. Gekocht wurde dann gegenüber in der Küche. Schaschlik mit Kartoffeln … aber das können sie! Es war ne Wucht! Ob es an den etwas anderen Gewürzen liegt?

8er

Leider kam es vor, das schlechte Nachrichten von zu Hause unsere Reiselust trübten. Ein plötzlicher Schicksalsschlag macht deutlich, wie zerbrechlich alles ist und wie dankbar man für alles sein sollte, was man erleben darf.

Gute Nacht, Os8er