Tag 37… Der einsamste Ort

Wir nehmen Abschied. Ende im Gelände. Unser 3-tägiger „Urlaub“ während unserer Reise ist zu Ende. Das kleine „Skurillo Hotel“ lassen wir hinter uns. 8er holte sich noch von „Oma“ einen Abschiedskuss und ohne uns umzudrehen, fahren wir mit einer Träne im Auge fort. Schluss jetzt mit dem Gesülze … Es geht endlich weiter!

Georgien ist klein. Es ist in etwa so groß wie Bayern, aber viel dünner besiedelt. Wir schlagen einige Haken und ziehen Kreise durch das Land, sonst wären wir ruckzuck durch. Aber als Transitland ist Georgien viel zu schade.

Wir steuern, wie schon so oft in diesem Land, ein Kloster an. Eines der besonderen Art mit dem Namen „კაცხის სვეტი“ . (Die Schriftzeichen sind echt cool hier). OK, für uns heißt es „Kazchi-Säule“. Es ist wohl der einsamste Platz in Georgien. Hoch auf dem Felsen ein Kloster. Über eine Leiter könnte man hoch … dürfen aber nicht. Ein toller Ort, um Ruhe zu finden … denke ich.

8er

Immer wieder hören wir von unseren Motorrad fahrenden Reisefreunden, dass sie ständig angehalten werden und auch eifrig den Ordnungshütern Scheinchen zustecken müssen, um weiterfahren zu können. OK, wir haben unsere Motorräder heute von allen Seiten genauestens betrachtet und mussten zu unserer großen Verwunderung feststellen, dass sie nicht unsichtbar waren, was uns dann wirklich nicht erklären lässt, warum wir bisher nicht ein einziges Mal angehalten wurden, geschweige denn zahlen mussten. So bleibt uns nichts anderes übrig, als das ersparte Geld für georgisches Bier auszugeben.

Dieses Mal haben wir praktisch über „Booking“ die nächste Unterkunft gebucht. Suchen mussten wir trotzdem. In einem sehr ländlich geprägten Dorf kamen wir unter. Es ist ganz nett hier. Neben einer Art Resthof bekommen wir ein eigenes kleines Haus. Der Vermieter teilte uns jedoch mit, daß leider das Gas abgestellt wurde. OK … sind ja Rocker… duschen wir kalt (-; Abends wurde nebenan noch ein Schwein geschlachtet. Da kommen Erinnerungen auf. Wir Älteren vom Land haben sowas in unserer Kindheit noch erleben „dürfen“. Jedenfalls haben wir früh gelernt, das Fleisch nicht am Baum wächst … nicht wie Spaghetti.

Hier ist es wie bei uns vor 60 Jahren. Obst, Gemüse, Fleisch … alles aus eigener Hand … der eigenen. Wir mögen diese Ursprünglichkeit. Und die Schweine haben hier ein tolles Leben, bis zum Schluss eben.

8er

Eine grüne Diva … unser Feierabendbier wird durch die Anwesenheit einer prächtigen Gottesanbeterin gekrönt. Sie putzt ihre mit einer Art Messern besetzten Fangarme. Das sie die Männchen oft während der Paarung einfach frisst, macht sie nicht gerade sympathisch. Ihre Bewegungen sind aber schon recht beeindruckend, wie eine Diva eben.

Na dann gute Nacht, Os8er