Tag 38… Das Dorf der Hunde

Das war eine Nacht. Hundekalt (kein Gas) und hundelaut. Die ganze Nacht unterhielten sich die geschätzten 12 Kläffer durchs ganze Dorf … und das ohne Pause. Eingemummelt im Bett mit kalter Nase liegen wir da mit dem Wissen, diesen Ort gleich verlassen zu müssen. Was soll’s, raus aus den Federn und rein in die kalten Klamotten. Der Schock ist schnell überwunden und ein neues Abenteuer wartet schon auf uns. Wir reiten heute in das „Borjomi Nature Reserve“. Nach dem Frühstück stehen zwei Pferde bei uns auf dem Hof. 8er nimmt „Black Beauty“, ich das „Prinz Charming“ weiße Edelroß. Eine kleine Einweisung noch (rechts, links, Bremse, Gas) und los geht es. Es ist ein komisches Gefühl, sein Gefährt nicht 100 % kontrollieren zu können. 90 % Befehlsumsetzung, 10 % machen sie, was sie wollen. Da steht man auch schon mal im Busch und findet den Rückwärtsgang nicht.

8er wollte es etwas schneller haben. Er ritt neben mir und trieb sein Pferd mit „Hotcha, Hotcha“ an. Natürlich interessierten die Befehle sein Pferd reichlich wenig, wobei meins hingegen die Befehle gern annahm. „Hotcha Hotcha“… Danke 8er!

Der Ritt in den Nationalpark war schon eine coole Sache. Ursprünglicher kann ein Wald nicht sein. Kleine Bäche, alte Bäume und überall Moose und Flechten . Und das aus der Perspektive hoch oben zu Roß … Perfekt.

Wir haben immer einen Blick auf das Wetter und morgen wird ein Scheißtag. Überall im Land soll es regnen, nachts teilweise schneien. Wir beratschlagen unsere nächsten Schritte und beschließen, ein etwas besseres Hotel zum Abwettern zu suchen. Wenigstens mit Heizung und TV. Der Weg führt uns direkt an die türkische Grenze nach Achalziche. Das Hotel passte mal wieder wie die Faust aufs Auge.

Es ist schräg und recht neu, der Weg dorthin wurde noch nicht einmal gebaut. Bei der Ankunft trafen wir auf eine recht überforderte ältere Dame. Sie wirkte hektisch und verstand kein Wort. Nach langem hin und her und Rücksprachen mit dem Besitzer durften wir tatsächlich einchecken.

Highlight des Hotels war im Keller ein Schwimmbad, was aus einer heißen Schwefelquelle gespeist wurde. Aus 1400 Metern holen sie das Wasser. Am Hotel gibt es noch einen eigenen Strand am Fluss und nicht weit, gegenüber dem Hotel liegt die Burg Rabati. Hier lässt sich wirklich gut abwettern.

Abends noch einen Gang in die Stadt. Wir brauchen Geld und haben Hunger. Unterwegs treffen wir auf einen alte2.q Weltkriegs-Veteran, der nicht ohne stolz seinen Orden trug. Darauf angesprochen erzählte er mit großen Gesten und wirkte glücklich darüber, dass sich jemand für seine Geschichte interessiert … und dann noch die „Germans“. Es ist unbezahlbar, sich mit noch lebenden Zeitzeugen unterhalten zu können. Sie sind nicht mehr lange unter uns.

Später im Restaurant Mimino ließen wir uns traditionelle georgische Küche servieren. Das Essen war eine Wucht. Das Beste der ganzen Reise, da waren wir uns einig. Dazu gabs noch Schnaps und Bier… einfach perfekt für die Nachtruhe. Thema beim Essen war immer noch unser Veteran. Das beschäftigte uns noch lange und bleibt wohl auch für die Zukunft hängen.

Gute Nacht, Os8er