Tag 46… Side, wir kommen

Eine geile Sternennacht geht zu Ende… und wir sind trocken!.. also trocken in Form von nicht nass. Bei so einer Nacht ohne Zelt und direkt am See haben wir fest mit einem feuchten, wenn nicht sogar nassen Morgen gerechnet. Aber nein.. keine Spur von Tau, kein Regen. Das war mal ne Überraschung. Wir waren schon früh wach… (8er wie immer früher) und erlebten einen Klasse Sonnenaufgang. In aller Ruhe packten wir unsere Klamotten, dann geht es auf die Piste, die letzten 150km bis Side. Kleine Straßen wechseln sich mit autobahnänlichen Abschnitten ab. Überall nix los… die Straße ist unsere.

Frühstück. Ja.. Wir wollen Frühstücken. Also abgebogen in ein kleines Dorf am Rande unseres Weges. Wir finden den kleinen Dorfshop oder Cafe oder so in der Mitte des Dorfes. Vor dem Cafe sitzen, wie so oft in der Türkei, eine Gruppe von Männern. Sie trinken Tee beschäftigen sich mit Brettspielen. Wir stoppen direkt davor, parken unsere Bikes und sofort werden wir freundlich begrüßt. Die Männer waren alle schon etwas in die Jahre gekommen. Hauptsächlich leben sie hier in den Bergen von Viehzucht und Ackerbau und danach sahen sie auch aus. Schnell saßen wir mitten unter ihnen bei Tee und Kuchen. Sie hatten viele Fragen zu den Moppeds, uns und Deutschland. Nach einer Weile lößten wir uns von dem Club der alten Männer. Freundlich wurden wir mit „winkwinke“ und „Güle Güle“ (tschüß) verabschiedet.

Der Weg nach Side führt durch traumhafte Landschaften. Ich hätte nicht gedacht das es kurz vor Side so eine einsame wilde Welt gibt. Hohe Berge, kleine Straßen, Kiefernwälder. 8er kannte sich hier aus und zeigte mir die schönsten Stellen. Wir kamen kaum voran… Fotostops waren an der Tagesordnung. Dann noch einige Pausen. .. wollen ja nicht schon morgens im Hotel ankommen.

Bevor wir zum Hotel fahren besuchen wir erst einmal einmal Ali. Ali ist ein guter Freund von 8er und er hat uns angeboten die Moppeds zu Warten. Alles nicht nötig Ali… die Dinger laufen wie die Wutz. Ali erzählte noch von einen MC Treffen in Antalya.. das müssen wir erst einmal schauen ob wir das noch rein bekommen. Nun aber zum Hotel und da sind wir! Angekommen im absoluten Tourismus. Man spricht hier deutsch… man zahlt hier in Euro. Im Hotel müssten wir dann doch auf das Zimmer warten. Wir gehen also erst einmal Essen. In voller Biker Montour stehen wir am Büffet und da werde ich zum ersten Mal angesprochen. „Tschuldigung… Sind sie Arbeiter?“ Wie bitte? „Ja… sie sehen aus wie von einer Ölplattform oder so.“ hmm.. hier fallen Männer mit schweren Stiefeln und Schirmmütze zwischen den Bikini Girls auf. Egal wo wir uns auf der Reise befinden… wir sind Außenseiter! Wilkommen in der All inclusive Touriwelt von Side.

Auch mit den Moppeds wurden wir öfter gefragt, wie lange man wohl bräuchte von Deutschland in die Türkei. Keine Ahnung… woher sollen wir das wissen! Die Gesichter der Leute könnt ihr euch vorstellen, als wir die Mongolei ins Spiel brachten. Mongolei?… wie jetzt?

Eine Gang über das Hotel-Areal und zum Strand läßt erahnen, auf was wir uns hier einlassen haben… und jetzt liegt es an uns uns darauf einlassen zu wollen.

All Inklusive. Das ist mal was. Uns erwartete ungewohnter Service und ungeahnte Vielfalt am Büffet. Wir waren etwas überfordert mit dem Angebot. In der Vergangenheit war die eingeschränkte Auswahl Standart.(wenn es eine Auswahl gab.) Also… einmal durch Büffet gefräst und danach an die Bar. Was so ein Bändchen am Handgelenk alles möglich macht! So voll war ich auf der ganzen Tour nicht. Nach den 4. oder 5. Drink und gute Gespräche mit 8er war dann auch Schluss… und langsam kam das andere Voll auch dazu. Zufrieden und voller Vorfreude auf unsere Frauen lassen wir uns ins Bett fallen.

Na dann gute Nacht, Os8er.