Tag 52… Das Treffen in Gaziemir

8er

Heute war ich zu Besuch beim Bürgermeister Arda und seiner Frau. Wir hatten ein sehr ergiebiges Arbeitstreffen, bei dem es um den Park der Sinne in Laatzen ging, den ich verwalte.

In Gaziemir soll auch ein Park der Sinne entstehen. Ein junges tolles Team hatte mich dort empfangen. In Gaziemir und Izmir regiert wie in vielen Großstädten der Türkei die CHP (Opposition zur AFP Erdorans)

Das vom Bürgermeister-Team organisierte Hotel ließ keine Wünsche offen. Mit Spa, Pool und Restaurant wurden uns alle Wünsche erfüllt. Nach 8er’s Termin starteten wir erneut durch. Bis wir Ismir hinter uns gelassen haben, dauerte etwas. Die Stadt ist riesig. Heute macht uns das erste Mal auf unserer Reise das Wetter Sorgen.

Und tatsächlich… Es wurde immer dunkler am Horizont. Als wir vor der schwarzen Wand standen, entschlossen wir uns vorsichtshalber für unsere Regenklamotten. Wir steuerten eine verlassene Tankstelle an und das war unser Glück. Keine 5 Minuten später schüttete es sich über uns aus. Da standen wir Gummimännchen im Trockenen und konnten uns nicht überwinden, in das Unwetter zu fahren. Blitze, Donner und Massen von Wasser. Wir spielten sogar mit dem Gedanken, an der Tanke unsere Schlafsäcke auszurollen. Doch da!… es passiert etwas am Himmel. Ein Wolkenloch kommt direkt auf uns zu. In 20 km wäre ein Hotel und wir nutzten die Chance. Und was soll ich sagen… bei nassen Straßen aber ohne Wasser von oben erreichten wir fast trocken unser Hotel.

Und da ist es wieder… unser „Skurillo Hotel“. Wir haben echt ein Talent, solche Hotels zu finden. Es ist riesig und erneut sind wir hier allein. Schön gelegen … direkt am Meer mit Pool und Balkon. Dann der zweite Blick. Es ist völlig abgerockt. Wasser im Pool ist Grün, alles rostet und braucht mehr als nur etwas Farbe. Aber es ist schön ruhig hier… bis auf undefinierbare Klopfgeräusche und den pfeiffenden Wind vom nahenden Sturm. Auf den langen Fluren gibt es kaum Licht und ich machte fast eine „drei Stufen Pirelle“ mit finalem Bauchklatscher. Unser Zimmer ist gaaanz hinten und es dauert etwas, bis wir da sind. Es ist hier wie auf dem Mond … keine Lebensform hier. Also hier gibt es „Gruse 2.0“. Ach ja … vor unserem Zimmer in der Ecke steht noch ein gebrauchtes Kinderbett … Perfekt!

Kleiner Spaziergang noch durch das Dorf Güzelyali. Hier ist nix los. Es ist ursprünglich und es gibt tolle Ecken zum Fotografieren. Bei Nacht hat es eine mystische Ausstrahlung. Am Strand liegen viele kleine Boote. Auf der anderen Seite tobt das Unwetter mit Dauerblitzen und hier können wir die Sterne sehen. Ein unglaublicher Anblick. Den Abend sitzen wir noch auf dem Balkon und schauen dem Naturphänomen zu. Langsam kommt das Grollen des Donners näher. Der skurrile Gesamtmix aus allem macht ein unbeschreibliches Gefühl. Eine Mischung aus Grusel und Faszination.

Gute Nacht, Os8er