Tag 54… Busludsha

Es ist früh, es ist kalt, es ist Europa! Vor drei Tagen noch an die 30° C und jetzt fahren wir bei 7° C durch die dickste Nebelsuppe. Wir waren aber vorbereitet. Lange U-Hose, dicke Handschuhe und die dicksten Socken, die wir finden konnten … und es half. Wirklich kalt war uns nicht.

8er

Wind und wie, eigentlich mehr Sturm, seit 2 Tagen sind wir im Herbst, Styroporkisten von LKW Ladeflächen fallen vor uns auf die Strasse, brechen in unzählige Stücke, die uns dann entgegen kommen. Es ist wie bei Starwars, wenn ein Klingonenjäger abgeschossen wurde und nun die Trümmer umherfliegen … Windböen alle paar Sekunden, man gewöhnt sich dran und hat sogar Spaß, muss man zeitgleich auch noch Schlaglöchern ausweichen und Kurven fahren, wie heute zum UFO, hat man Riesenspass.

Busludsha ist unser Ziel. Das riesige Monument ist eine Ruine und ein Highlight für jeden „Lost Places“ Fan. Auf über 1600m liegt das 1981 für die kommunistische „Sozialdemokratische Arbeiterpartei Bulgariens“ gebaute „UFO“ und ist seit 1991 sich selbst überlassen. Es wirkt wirklich nicht wie von dieser Welt und ist riesig. Leider haben sie das Ding komplett verrammelt und wir konnten nur von außen Fotos machen. Aber egal … nur das „hier sein“ ist schon der Hammer!

Mittagessen in einer lustigen Runde. Wir sahen einen kleinen Imbis am Straßenrand. Angehalten und Aufmerksamkeit bekommen. Plötzlich fanden wir uns in einer Truppe gut gelaunter Herren wieder. Sie waren alle schon mächtig angetrunken und amüsierten sich über die „German Rocker“, die mit Stulle und Milch zwischen ihnen saßen. Wir haben viel gelacht. Es wurde ACDC gespielt und es wurden Fotos gemacht. Es herrschte eine lockere Stimmung.

Weiter geht es Richtung Donau. Ein heftiger Wind weht uns um die Nase und es gab auch mal einen kurzen Schauer. Die Donau ist gleichzeitig die Grenze zu Rumänien … und da wollen wir hin. Leider wurden wegen des Sturms die Fährverbindungen eingestellt. Eine Brücke ist noch in weiter Ferne und wir entschlossen uns, auf der Bulgarischen Seite der Donau zu nächtigen. Das Hotel war mal wieder unterste Kante. 8er hatte ein Bett Marke „Hängematte“ und musste improvisierten, damit überhaupt was ging. Es quitschte bei jeder Bewegung. Mein Bett war Marke „Brett“. Ach ja … warmes Wasser?… Mangelware. Aber wir waren froh, überhaupt was gefunden zu haben.

Gute Nacht, Os8er