Der Kopf und die letzten Vorbereitungen

Ja…es rattert im Kopf. „habe ich dies… habe ich das… und bloß nichts vergessen“. Die letzten Stunden vor dem Flug laufen wir nochmal auf „Hochtouren“. Nochmal die lokalen Nachrichten unserer Reiseländer checken und Kopien unserer Dokumente in die Cloud laden.

Einige Nachrichten sind schon etwas beunruhigend. Sibirien brennt und in Kirgisistan gab es diese Woche Ausschreitungen. Für den Fall der Fälle haben wir nochmals unsere Ausweichoptionen überarbeitet. Ach… und da ist ja noch Usbekistan. Usbekistan ist reich an Erdgas und so wurden inzwischen fast alle Autos und LKW´s auf Gas umgerüstet. In den Reiseforen ist die Suche nach Benzin in Usbekistan ein großes Thema. Die längste Strecke, die wir ohne Tankmöglichkeit überbrücken müssen sind 600km….das ist viel…aber machbar. Auf den Schwarzmarkt gibt es jedoch noch „Spritoptionen“. Ist halt nur nicht kalkulierbar.

Jetzt aber mal weg vom „Schwarzmalen“. Die Reise beginnt und wir können es kaum erwarten! Morgen geht der Flieger nach Moskau und gleich weiter nach Ulaanbaatar. Wir werden gegen 6.00 morgens landen und uns dann wahrscheinlich (ziemlich „gerädert“) zum Zollhof begeben. Die ganzen Formalitäten erledigen, Motorräder zusammen bauen und die Moppeds Packen. Am Abend treffen wir uns noch mit Andreas König von Loxx Pan, der momentan mit Freunden in der Mongolei unterwegs ist. Wir hoffen auf einen tollen Erfahrungsaustausch und gute Tipps, die uns gerade am Anfang der Reise nützlich seien können.

Eine letzte Nacht noch vernünftig schlafen, eine letzte Nacht im Hotel. Am nächsten Morgen geht das Abendheuer dann richtig los!…ab nach Karakorum, dem ehemaligen Hauptsitz von Dschingis Khan. Die ersten 365 km auf (noch) asphaltierter Straße werden hoffentlich gut zu bewältigen sein… danach werden die fahrerischen Ansprüche schon größer. Kein Asphalt und eigentlich auch keine Straßen mehr. Man folgt einer reihe Spuren ins Nirgendwo und kommt doch ins Irgendwo. Schilder gibt es kaum, eigentlich keine und bei der Navigation vertrauen wir auf Papier und Elektronik… und einen Kompass. Wir freuen uns drauf und können es kaum abwarten!

Foto: Florian Nessler CC BY-SA 3.0

Und für den Fall, das wir mal etwas unsanfter über den Lenker „absteigen“ ist auch gesorgt. 8er hat fleißig das Nähen geübt 🙂 Ich wollte schon immer eine Naht von 8er bekommen…Scherz bei Seite.. Hoffen wir mal, dass das nicht nötig wird.

Auch für alles Andere, was gesundheitlich wichtig werden kann, ist gesorgt. Es gibt Notverpflegung von der Bundeswehr, Nüsse und diverse Magenpräparate , falls die gegorene Stutenmilch mal „durchschlägt“. Zur Not greifen wir zu den überall gängigen Hausmitteln der Mongolen… Wodka. Das macht zwar keinen Durchfall weg, aber es wird einem egal 😉

Eigentlich läuft alles in „Sachen“ Vorbereitung, …eigentlich, wenn dieser Kopf nicht wäre.

Es wird eine kurze Nacht… ratter, ratter. Morgen geht es los…endlich!

Gruß und bis in 10 Wochen,

Os8er