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Tag 14. Der Zauber von Of

Über Trabzon nach Of und dann zurück ins Landesinnere, nach Ostanatolien … das ist der Plan!

Die vierspurige Schnellstraße am Schwarzen Meer ist gut, um Strecke zu machen, aber reizvoll ist die Strecke nicht. Auf der letzten Tour haben wir schon über die Bausünden an der türkischen Schwarzmeer- Küste gelästert und auch jetzt ist es nicht mehr als autofreundlich.

In Of heißt es dann bye bye Küste, willkommen Berge. 90 Grad nach rechts und wir sind mal wieder in einer ganz anderen Welt. Das Hinterland von Of wird auch „die Schweiz der Türkei„ genann und genau so sieht es hier aus. Grüne Berge mit vereinzelt kleinen … ach ja, ich hab ja Fotos.

Und dann kommt einer der skurrilsten Momente unserer Reise. Es ist ein Tunnel … ja, nur ein Tunnel. Nach circa 3 km war es ein kalter langer Tunnel. Nach 10 km fühlten wir uns recht einsam … nix los hier. Hochmodern mit tollen Lichtern, aber von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet. 17 km war das Monstrum lang. Da fehlten einfach nur ein paar Stellen, wo die Pferde ausruhen und grasen konnten, den mit Autos ist hier nicht so viel.

Schon wieder ein landschaftlicher Switch. Auch kulturell scheint es in Ostanatolien etwas anders zuzugehen. Aus dem Grün wird gelb. Aus Wäldern wurde Steppe. Und aus einem reichhaltigen Obstangebot wurde die Wahl zwischen Wasser und Honigmelone. Hier kommen die Wolken vom Schwarzen Meer nicht an. Sie werden wohl auf der Nordseite abregnen. Und auch die Temperaturen steigen in fast unerträgliche Höhen. 

Wir gleiten bei wenig, fast Null Verkehr durch eine wunderschöne Landschaft. Stauseen, Flüsse, Schluchten, Berge …

Nur diese Scheiß Hitze … sie sitzt hier fest im Tal. Es ist schon frustrierend, wenn der Fahrtwind überhaupt keine Kühlung mehr bringt. Wenigstens gibt es hier recht viele Tunnel. 

So, aber jetzt erst einmal zu einer Kathedrale, die mich schon vor unserer Reise beschäftigte. Mitten im nirgendwo, weit in einer Sackgasse in den Bergen. Hier kommt keiner einfach so vorbei. Die Straße hat ihren Namen auch nicht verdient. Die Georgische Kathedrale bei Tekkale wurde 1031 erbaut und ist heute eine gut erhaltene Ruine. Mitten in der Natur muss man schon genau hinsehen. Wir sind das erste Mal vorbeigefahren. 

Zurück auf der Straße suchten wir einen Platz für unsere inzwischen erworbene Wassermelone.

Da kam ein kleiner Wasserfall gerade recht. Ohne zu zögern rechts ran, aus den Klamotten und über die heißen Steine geeiert. Das Wasser war so kalt, dass der Kreislauf erst mal gar nicht wusste, wie er mit der Situation umgehen sollte. Hinterher dann ein Stück fette Melone und die Welt sah wieder besser aus.

Weiter geht es nach Artvin. Kurz vor der georgischen Grenze soll unser nächster Halt sein. Und das Ganze mal für zwei Nächte. Regeneration, Motorrad Wartung, einfach eine gute Zeit haben. 

Gute Nacht, Os8er