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Tag 16. Willkommen zurück

So … ok., also mit unvollständigen Papieren. Es geht weiter, weiter Richtung Georgien. Wir haben so gehofft, dass sie noch ankommen. Doch der Kack Express Versand kann die Adresse nicht finden und somit nicht zustellen. Jetzt ist Wochenende und alles steht still. Was soll’s … wir werden uns schon über die Grenzen quatschen. 

Aber jetzt erst einmal geile Pass-Straßen, die uns auf 2500 Meter jagen … und das sogar zwei mal! Mitten in den Bergen hat ein kleines Dorf Markttag. Kühe, Pferde, Vögel, Obst, Schuhe. Ich brauche Schuhe! Gleich mal einen Stopp gemacht und uns umgeschaut. Aber das Angebot ist hier in den Bergen doch sehr beschränkt und trifft nicht so meinen Geschmack. Ihr denkt jetzt an grobe georgische Stepschuhe, nein, kleine rosa Treter konnte man hier kaufen. Sven kauft wie eigentlich immer Weintrauben und ich gehe nochmal mit der großen Kamera los. 

Grenze! Spannung steigt. Die LKW’s schieben sich hier eng an eng. Wir scheinen immer im Wege zu stehen. Nun sind wir dran. Die türkische Seite hat wenig Probleme mit unseren Kopien und fragt nicht mal nach dem Original … das macht Hoffnung für Teil zwei. Auch die Georgier zeigten sich locker und entspannt, jedoch bei den Papieren harkte es dann. „Original?!“ die Kopie geht nicht durch. Erst der gerufene Obersheriff zeigte sich dann gnädig und winkte uns durch. Puh, das ging noch mal gut.

Wir kommen nach Achalziche! Achalziche ist uns noch von 2019 bekannt. Wir wollen essen … so wie 2019, doch leider hat unser Lokal Corona nicht überlebt. Wir sind gezwungen, eine Alternative zu wählen und wir wählten das mit der mürrischsten Bedienung Georgiens. Lieblos wurden die Bestellung abgearbeitet. Sie hatte einfach kein Bock und das sah man ihr an. Wir sehnen uns nach unserem kleinen Lokal. Ok., dann nehmen wir wenigstens wieder in unser „altes Hotel“, das mit dem Schwefelbad im Keller. Vor drei Jahren war es noch eine Baustelle und abseits von allem. Und jetzt?… ist es immer noch am Rande der Zivilisation und wen wundert es … immer noch eine Baustelle … schlimmer, eine verfallende Baustelle. Dieses Hotel wird niemals fertig, es reißt sich quasi selbst wieder ab. Aber das macht es für uns interessant, preislich wie auch vom Gruselfaktor her.

Der alte Vermieter spricht kein Wort englisch, geschweige denn deutsch. Trotz alledem faselt er die ganze Zeit vom tollen Schwefelwasser und zeigt mit Gebärden, wie gut es uns tun wird … und trinken kann man das auch noch, das Zeug. Wahrscheinlich lässt es auch meine Haare wieder wachsen. Es ist ein lustiger alter Kauz. Er wollte 20 € für die Nacht, doch Sven machte ihm ein Gegenangebot, wo er sofort einschlug … er hat wohl Angst, dass wir wieder verschwinden, so wie viele vor uns.

Licht geht nicht überall, Dusche nur kalt und mit Ministrahl, erinnerte mich an eine Munddusche. 

Mehrmals nutzen wir das Schwefelbad, um unsere alten Knochen auf Vordermann zu bringen. Später gehen wir noch mal die alten Pfade von Achalziche ab und fanden tatsächlich noch eine eingefallene Kirche, die wir wohl letztes Mal übersehen hatten.

Gegen Abend zog Sven noch sein Sportprogramm durch und ich genoss auf meine Art den Sport. Danach waren wir auch fertig fürs Bett. 

Natürlich stand dann mitten in der Nacht jemand im Zimmer, so was hat bei uns ja schon fast Tradition.

Jedoch wurde der Irrtum schnell bemerkt und diese Person verschwand wie von Zauberhand.

Gute Nacht, Os8er